predigerseminar nuernberg 2017

Konzeption der Ausbildung

Grundlegung

Es ist der Auftrag Jesu Christi an die ganze Kirche als dem Volk Gottes, der Welt das Evangelium in Wort und Tat zu bezeugen. Dieser Grundauftrag der Kirche geschieht in den vier Dimensionen von Zeugnis (martyria), Gemeinschaft (koinonia), Feier (leiturgia) und Dienst (diakonia). In den Grundvollzügen des Amtes (Gottesdienst, Seelsorge, Unterricht und Aufbau der Gemeinde) nehmen Pfarrerinnen und Pfarrer gemeinsam mit anderen ihre spezielle Verantwortung für die Ausübung des kirchlichen Auftrags wahr. Im Predigerseminar reflektieren Vikarinnen und Vikare ihre Praxis. Thematische Einheiten dienen der Einführung und Vertiefung. So gestaltet sich das Lernen in erster Linie erfahrungsorientiert und personenbezogen. Das Leben im Predigerseminar hat modellhaften Charakter.

Arbeitsformen

In den Seminaren bringen die Vikarinnen und Vikare Beispiele aus ihrer Arbeit ein: eine Videoaufnahme eines Gottesdienstes und einer Unterrichtsstunde, ein Protokoll eines Seelsorgegesprächs oder eine Taufansprache. Dies wird in Kleingruppen besprochen. Dabei erhält jeder und jede Rückmeldung darauf, wie er bzw. sie erlebt wurde, was als „Botschaft" ankam oder welche theologischen Fragen aufgeworfen wurden. Etwa die Hälfte der Arbeit am Predigerseminar ist solchen konkreten Fallstudien gewidmet. Außerdem gibt es thematische Einheiten, Diskussionen, Auseinandersetzung mit dem Gruppenprozess und kreative Arbeit.

Gruppe7Gruppe4Gruppe6Gruppe2

Videoauswertung von Gottesdienst und Religionsunterricht, Auswertung von Seelsorgeprotokollen und Gemeindeveranstaltungen, Themeneinheiten im Plenum, Vorstellungen von Konzeptionen, Rollenspiele und Übungen in Kleingruppen gehören zu den häufigsten Arbeitsformen.

Reflektierte Praxis: erfahrungsorientiertes und personenzentriertes Lernen

Ausgangspunkt der Ausbildung ist nicht die theoretische Auseinandersetzung, sondern die eigene Praxis in der Gemeinde (erfahrungsorientiertes Lernen). Erfahrungen mit dem Arbeitsfeld Pfarrberuf sollen ausgewertet und theologisch reflektiert werden (reflektierte Praxis). Im Zentrum steht dabei die jeweilige Person mit ihrer Biographie und Glaubensgeschichte, ihrer Theologie und ihrer beruflichen Tätigkeit (personenzentriertes Lernen). Vikarinnen und Vikare sollen die Möglichkeiten haben, Stärken und Schwächen ihrer beruflichen Kompetenz kennen zu lernen, unterschiedliche Aspekte ihrer Persönlichkeit zu integrieren und ihr Lernen selbst mitzubestimmen. Die drei Hauptziele unserer Ausbildung sind: die Entwicklung der Fähigkeit, theologische Sachverhalte mit der heutigen Lebenswirklichkeit in Beziehung zu setzen, die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit und die Entwicklung berufsbezogener Fähigkeiten (Zeiteinteilung, Organisation, Teamarbeit, Stressbewältigung, etc.).

Leben im Predigerseminar als Modell

Wie wir als Team des Predigerseminars mit den Vikarinnen und Vikaren zusammen das Lernen organisieren, wie wir von unterschiedlichen spirituellen Hintergründen her unseren Glauben leben, wie wir mit Konflikten umgehen oder wie wir in Teams zusammenarbeiten, hat exemplarischen Charakter. Wir sehen es zum einem als Möglichkeit zu verstehen, welche ähnlichen Organisationsprozesse in einer Gemeinde ablaufen. Und zum anderen als Chance zu erproben, wie gemeinsames christliches Leben sich in einem überschaubaren Kontext gestalten kann.

Die Konzeption des Vorbereitungsdienstes mit theologischer Grundlegung und Struktur finden Sie im Anhang (DOWNLOAD) "Der Vorbereitungsdienst der Vikarinnen und Vikare in der ELKB" am Ende der Seite.

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